& Ayurveda I

Feldenkrais & Ayurveda/Kalari

 

Feldenkrais nannte seine Gruppenlektionen "Bewusstheit durch Bewegung" und seine Einzelstunden "Funktionale Integration".

Im Ayurveda kennen wir neben den Elementen und den Doshas auch das Konzept der Marmas.

Marmas sind Areale in der Anatomie, wo sich Geist und Körper verbinden und den Körper und seine Funktionen koordinieren.

Wir würden heute ganz einfach Körperbewusstsein, Embodiment oder propriozeptorisches Gespür dazu sagen.

Wenn die Marmas "funktionieren" bzw. nicht blockiert sind fließt Prana durch diese Areale und die sie verbindenden Nadis (Leitbahnen). So ist sowohl der ganzen Körper als auch Körper und Geist verbunden.

 

 

Was heißt nun aber blockiert?

Aus Feldenkrais Sicht würden wir sagen: Es gibt Körperstellen, die wir nicht bewusst spüren und somit auch nicht an Bewegungen beteiligen. Thomas Hanna nennet es Bewegungsvergessenheit.

 

Diese nicht bewusst spüren kann folgende Gründe haben: 

- Wenn der Geist stagniert, sich das Erleben nicht fortsetzt (->Focusing)

   d.h. zum Beispiel immer wieder kehrende Gedankenkarusselle, die sich auf die gleich Art abspielen.
- Nicht verarbeitete Emotionen, die sich in Körperhaltungen ausdrücken
- Inkongruenz von Körperreflexen, bewussten Handlungen und Willensäußerungen (Sprache),

- Zwänge und Konflikte, die sich in einer meist unbewussten Körperhaltung zeigen.

- Ablagerungen und Toxine

 

Für die Ayurveda/Kalari Sicht erklärt Markus Ludwig in seinem Vortrag:

https://www.youtube.com/watch?v=L9ON_POFslA

 

Was ist ein Kalari?

https://www.youtube.com/watch?v=oI84oM_bJeg 

 

Hans Peter Dürr: Das Geistige ist die treibende Kraft:

https://www.youtube.com/watch?v=lrgQakHPRP8


 

Mosche Feldenkrais, Bewusstheit durch Bewegung S.83:

 

„Ein Mensch, der sich seiner nicht bewusst ist gleicht einem Wagen, dessen Fahrgäste die Begierden, dessen Pferde die Muskeln sind und der Wagen selbst das Skelett.  Die Bewusstheit ist der schlafende Kutscher. Solange er schläft wird der Wagen ziellos bald hierhin,  bald dorthin gezerrt. Jeder Fahrgast will an ein anderes Ziel, jedes der Pferde zieht in eine andere Richtung.

Ist der Kutscher wach wird er Pferd und Wagen so lenken, dass jeder Fahrgast sein Ziel erreicht.
In dem Augenblick, da es der Bewusstheit gelingt, mit Gefühl, Sinnesempfindung, Bewegung und Denken gemeinsame Sache zu machen, wird der Wagen seine Straße halten und auf ihr leicht und schnell voran kommen.

Das sind die Augenblicke, in denen Entdeckungen gemacht werden, in denen einer erfindet, schöpft, Neues schafft, erkennt.

In ihnen begreift er: seine kleine Welt und die große um ihn sind eins und in dieser Einheit ist er nicht mehr alleine."

 


 

Durch die Anleitungen aus den Feldenkrais Lektionen gelangen wir mit unserem Körpergefühl bewusst an solche Marma Punkte aber auch an die Blockaden. Diese spüren wir dann als Grenze oder Schmerz.

Im Feldenkrais gehen wir bewusst nicht über diese Grenze, um die Anweisungen ausführen zu können, sondern wir versuchen es mit einer Annäherung. Wie versuchen die Bewegung kleiner und präziser zu machen, suchen Auflageflächen auf dem Boden,laden alle Körperteile ein, sich an der Bewegung zu beteiligen und ermöglichen so eine präzisere koordinative Steuerung, um die Bewegung ohne Blockade ausführen zu können. 

Oft sind wir so in unseren Gewohnheit gefangen, dass wir z.B. gar nicht merken, dass sich z.b. der Kopf oder das Becken nicht an der Bewegung beteiligen. 

Auch erfordert diese Arbeit ein gewisses Mass an Konzentrationsvermögen, um bei der Sache zu bleiben und sich nicht von Gedanken ablenken zu lassen. Man muss in der Lage sein Aufmerksamkeitskonflikte zu lösen, d.h. möchte ich lieber an das denken, was mich ärgert oder kann ich das bewusst beiseite schieben und meine Aufmerksamkeit auf mein Körperempfinden richten.

Mit dem Praktizieren trainieren wir diese Fähigkeiten mit.

 

Das sich bewegen auf dem Boden und das bewusste suchen und spüren der Auflageflächen, hilft sich an Stellen zu spüren, die einem vorher nicht bewusst waren.