Greifen: Festhalten oder Loslassen? Wenn das Alte nicht mehr stimmt und das Neue noch nicht greifbar ist.

Das Öffnen und Schließen der Hand ist biomechanisch betrachtet nur eine Bewegung - allerdings mit hohem Symbolwert. Je nach Situation ist eher das Greifen oder das Lösen der Hände von Bedeutung. Wir können etwas greifen, begreifen, erfassen, festhalten, brauchen, haben wollen, sich nehmen, verstehen, klammern oder loslassen, gehen lassen, verlieren, verzichten.

Diese Themen sind besonders in Übergangssituationen wie Schulabschlüsse, Berufswechsel, Trennungen, Neuanfänge, Entscheidungen, Wechseljahre, Renteneintritt oder ganz allgemein, wenn das Alte nicht mehr stimmt und das Neue noch nicht greifbar ist, von Bedeutung. 

Bewegungslektionen, in denen die Hände in den Fokus rücken, helfen zu spüren, was sich stimmig anfühlt. Für das Gespürte die richtigen Worte zu finden, hilft dem Denken und dem Verstand die persönliche Situation weiter zu entwickeln. 

 

Durch unsere kulturelle Selbstverständlichkeit lesend und schreibend bzw. tippend mit der Welt verbunden zu sein, sind unsere Hände mit unseren Gedanken verknüpft. Sie sind sozusagen Werkzeuge des Geistes. Dadurch geht uns leicht das Gefühl, dass die Hände über die Arme mit den Rumpf verbunden sind, verloren.

 

Der Körper ist in der Tat ein Symbol der Seele.  Erich Fromm

Wenn wir nur mit den Gedanken, nicht mit dem ganzen Körper, der ganzen Persönlichkeit „dabei“ sind ist es wie: "ich habe verstanden, was ich machen soll, ich spüre aber nicht, was das mit mir zu tun hat .“

Eigentlich sollte ich wollen: Überflüssiges loslassen, negative Gedanken ziehen lassen, auf Unvernünftiges verzichten, nehmen, was mir gut tut, eine komplexe Situation erfassen, begreifen, was passiert ist, … .

Wie komme ich zu dem Gefühl von Machbarkeit, Handhabbarkeit, zu einem Gefühl des stimmigen loslassen Könnens, ohne den Beigeschmack von Verzicht und Verlust, zu einem Gefühl, was ich wirklich brauche und mir nehmen kann.

 

Zuerst wollen wir mit Körperübungen ein Gefühl für unsere Hände, Arme und deren Verbindung zum Rumpf aufbauen. Mit diesem Gefühl wollen wir uns unseren Anliegen, Themen, Projekten, Situationen zuwenden und diese weiter entwickeln